Ein Hoch auf das Fagott
07.01.12
aus den Lübecker Nachrichten vom 07.01.2012
Es liegt im Wesen der jährlichen Zeitenwende, dass der Mensch zurückblickt auf das, was er war und vorausschaut auf jenes, das da sein wird.
Kaufmännisch nennt man das Bilanz ziehen und kalkulieren, einfachere Gemüter sprechen von Rückschau und Ausblick, die ganz einfachen von "war schon" und "kommt vielleicht noch". Gemeint ist dasselbe.
Hierzu gehört auch, dass der Mensch Zeichen setzt und andere Menschen und Dinge aus der Masse des grauen Allerlei heraushebt. Er kürt das Auto des Jahres oder den Reißverschluss des Jahres, und weil ja noch zwölf Monate vor uns liegen, deklariert er schon mal die Nagellackfarbe des kommenden Jahres oder sonst irgendeinen Trend.
Und das Instrument des Jahres.
Das gibt es nun wirklich , und in diesem Jahr ist das Fagott. Nun muss man zugeben, dass möglicherweise nicht jeder weiß, was das ist, zumal in der "kommt-vielleicht-noch" Fraktion. Aber vielleicht fragen wir in zwölf Monaten noch mal nach , dann unter "war schon". Na? Instrument des Jahres 2012? " Ja, äh-Schafott oder so?!?" Na gut, lassen wir gelten. nes Seite 14

