Werbeaktion für ein Mangelinstrument
07.01.12
aus den Lübecker Nachrichten vom 07.01.2012
Von Arnold Petersen
Berlin - Zum fünften Mal rückt der Landesmusikrat Schleswig-Holstein ein "Instrument des Jahres“ in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten: 2012 ist es das Fagott - ein Instrument, das viele gar nicht so genau kennen. Gerade deshalb wurde es ausgewählt. „Nach Klarinette, Trompete, Kontrabass und Posaune wollten wir mal mutig sein und haben ein Genre-übergreifendes Mangelinstrument ausgesucht". erläuterte Kaus Volker Mader die Entscheidung für das Fagott. Weil seit zwei Jahren der Landesmusikrat Berlin beim Projekt "Instrument des Jahres' dabei ist fand die Titelverleihung gestern erstmals.in der Berliner Landesvertretung Schleswig- Holstein statt. Stolz sind beide Musikräte als Schirmherrn des Fagott-Jahres Klaus Thunemann (74) gewonnen zu haben. Der Professor an der Hans- Eisler- Hochschule für Musik in Berlin gilt als der weltweit renommierteste Fagottist und Fagott-Pädagoge. Thunemann erhofft sich einen Popularitätsschub für das Holzblasinstrument. „Das ganze Leben lang war mein Anliegen, für dieses Instrument etwas zu tun.“ Die Landesjugendorchester haben regelmäßig Besetzungsnöte beim Fagott. Die einjährige Feier des Instruments soll neugierig machen. Geplant sind Veranstaltungen in Schleswig-Holstein und Berlin, Höhepunkt im Norden ist der „Tag des Fagotts“ in Lübeck, voraussichtlich am 14. Juli. Konzerte mit dem Landesjugendorchester gibt es am 14. April in Bad Segeberg und am 15. April in Kiel. Mader und sein Berliner Kollege Hubert Kolland äußerten die Hoffnung, dass sich auch weitere Landesmusikräte dem „Instrument des Jahres“ anschließen. „Das ist ein dickes Brett, wir bohren dran“, sagte Mader. Die Idee wurde 2008 geboren, um den Stellenwert des Musikunterrichts an den Schulen aufzuwerten und das Interesse am Erlernen einen Instruments zu fördern.

